Das Kali Yuga – Zeitalter

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Das Kali Yuga – Zeitalter

6. Oktober 2020 Allgemein 0

Das Kali Yuga (Sanskrit: Zeitalter des Kali) bezeichnet in den Sanskritschriften das letzte von vier Weltzeitaltern (Yugas), welches die Welt gegenwärtig durchläuft.

Das Kali-Yuga begann vor 5000 Jahren mit dem Unterzyklus, der als „dunkles Zeitalter“  bezeichnet wird. Die Yugas sind große irdische Zyklen, die mit solaren und galaktischen Zyklen in Beziehung stehen. Das vierte Yuga ist das kürzeste und dauert 432 O00 Jahre. In den Sanskritschriften wird das vierte Yuga auch gesamthaft als „Kali—Yuga“ bezeichnet, was aber nicht bedeutet, dass diese gesamte Zeitspanne ein dunkles Zeitalter ist. Das dunkle Zeitalter ist ein Unterzyklus, der rund 5000 Jahre dauert.

Er entspricht dem großen Zyklus des Maya-Kalenders (13 Baktun-Zyklen zu je 144000 Tagen), von dem es heißt, dass er am 21.12.2012 zu Ende ging. Wenn wir von diesem Zeitpunkt zurück rechnen, begann der große Zyklus des Maya-Kalenders 3113 v. Chr.‚ genau in derselben Zeit, in der laut indischen Angaben das vierte Yuga begann (3102 v. Chr.)

Diese Übereinstimmung wurde erst im 20. Jahrhundert entdeckt: Zwei alte Kulturen, die eine halbe Welt auseinanderlagen, bezeichneten praktisch denselben Zeitpunkt vor 5000 Jahren als Beginn des gegenwärtigen Zeitalters! Und dieser Unterzyklus geht in der heutigen Zeit zu Ende !!!

Welches sind die Kennzeichen des Kali Yuga

Im Mahabharata, dem bekannten indischen Epos, welches ca. 400 v. Chr. entstanden ist, benennt Markandeya, ein indischer Heiliger, die Eigenschaften des Kali Yugas wie folgt:

1. Die Machthaber werden unvernünftig: Sie werden zu Unrecht Steuern erheben.
2. Herrscher werden es nicht länger als ihre Pflicht ansehen, die Spiritualität zu fördern oder ihre Untertanen zu schützen: Sie werden zur Gefahr für die Welt.
3. Die Menschen beginnen zu wandern und suchen Länder, in denen Weizen und Gerste die Hauptnahrungsquelle sind.
4. Geiz und Zorn werden an der Tagesordnung sein. Die Menschen zeigen sich offen feindselig. Unwissenheit des Dharmas  (Recht, Tugend) wird auftreten.
5. Die Menschen haben Mordgedanken und werden darin nichts Falsches sehen.
6. Sexualität/Lust wird als sozial akzeptabel betrachtet, und Geschlechtsverkehr wird als zentrale Anforderung des Lebens angesehen.
7. Das Unrecht (die Sünde) wird exponentiell zunehmen, während die Tugend verblassen wird.
8. Die Menschen werden süchtig nach berauschenden Getränken und Drogen.
9. Spirituelle Lehrer werden nicht mehr respektiert und ihre Schüler werden versuchen, sie zu verletzen. Ihre Lehren werden entwertet.
10. Frauen werden nicht mehr heiraten.
11. Traditionelle Kasten werden verschwinden und jeder wird einer einzigen sozialen Schicht angehören.
12. Brahmanen (Priester) werden nicht gelernt oder geehrt, Kshatriyas (Krieger) werden nicht mutig sein, Vaishyas (Bauern, Hirten) werden nicht nur in ihren Geschäften tätig sein und das Varna-System (Kasten-System Indiens) wird abgeschafft.

Diese zwölf Aussagen mögen für die Jetzt-Zeit sehr bezeichnend sein und Beispiele, die diese Aussagen belegen, drängen sich, denkt man an die Politik und das Zeitgeschehen, förmlich auf: Anhebung der Steuern, Abbau des Sozialstaates, Verlust von wirklicher Spiritualität, „Menschen beginnen zu wandern“ mag auf die Flüchtlingskrise hindeuten, die Sünde (das Unrecht) wird innerhalb des Neo-Liberalismus etabliert, die Tugend (Recht, Moral) dagegen als Sünde (fortschrittsfeindlich, bremsend) gekennzeichnet … Es gibt viele Beispiele, die diese Kennzeichen stützen.

Obwohl das Kali-Yuga ein dunkles Zeitalter ist, das durch Konflikte, Konkurrenzkämpfe und Kriege geprägt ist, ist es auch ein Zeitalter der großen Chancen — religiös gesprochen: der Gnade —, denn in ihm ist es möglich, dass die „Dunkelheit“ (die Trennung von der Quelle) wieder aufgelöst wird. All das Unmenschliche, das im Kali-Yuga geschieht, ist nicht notwendig. Aber das Kali-Yuga ist notwendig, damit das Unmenschliche erkannt und überwunden werden kann.

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