Das Ego

die Wahrheit ohne zu lügen

Das Ego

24. Oktober 2020 Allgemein 0

Das Ego 1 – eine Einführung
“Das Ego ist der «Ich»-Gedanke. Das wahre «Ich» ist das Selbst.”

“Ego” ist ein Begriff, der in der (spirituellen) Literatur synonym zum Begriff “Selbstbild” verwendet wird. Wenn man also vom Ego spricht, dann meint man damit das Konzept, das du selber von dir hast. Wer du selber denkst, der du bist.

Dieses Ego, dieses Bild, das du von dir selber hast, bestimmt wesentlich wie du dich verhältst, wie du dich fühlst und welchen Status und Selbstwert du dir zuschreibst. Wenn du dich selber als gering und ängstlich siehst, dann wirst du das genau so nach außen manifestieren. Wenn du ein starkes Selbstbild (man würde auch sagen, ein großes Ego) hast, wirst du dementsprechend agieren.

Egal welches Selbstbild du nun von dir hast – ob schwach oder stark – es ist immer eine Illusion. Das bist nicht du! Dein Name, deine Titel, dein Job, deine Umgebung, deine Gedanken – das bist nicht du. Es sind nur Eindrücke aus der externen Welt, die du zusammengebastelt hast, zu deinem Selbstbild.

Dieses Ego hat nichts mit deiner wahren Natur zu tun!

Das hört sich jetzt vielleicht im ersten Moment ein bisschen Komplex an, ist aber in Wirklichkeit ziemlich einfach.

Das Ego

Als kleines Kind kommen wir ohne Ego auf die Welt. Wir haben keine Vorstellung davon, wer wir sind. Kleinkinder reden deshalb oft von sich selber in der dritten Person, also z.B. “Moritz hat Hunger” anstatt “Ich habe Hunger”. Wir unterscheiden in diesen frühen Jahren auch noch nicht zwischen “mir” und “denen”. In den Augen des Kindes ist die vor ihr stehende Person und es selber eins, es gibt keine Trennung in zwei separate Teile.

Im Laufe der Entwicklung dann, geprägt durch die Konditionierungen seiner Umwelt, entwickelt das Kind ein Selbstbild, ein Ego. Die Eltern nennen es “Moritz” und so glaubt das Kind es sei “Moritz”, obwohl der Name auch Max, Peter oder Joshua hätte sein können.

Der Name an sich ist schon Fiktion und trotzdem verfestigt sich diese Verbindung immer mehr. Dann kommen die Eltern und sagen, du kannst das gut und das nicht so gut, du bist technisch begabt und sprachlich untalentiert, du bist soundso und soundso. Das Kind nimmt diese Eindrücke auf und bastelt sich daraus eine falsche Vorstellung von sich selber.

Dabei ist das, was dir deine Umgebung sagt, alles falsch. Niemand kann wissen wer du bist, außer du selber. Niemand weiß worin du gut bist, was du kannst und was du nicht kannst oder wer du bist.

Das kannst nur du selber wissen.

Deshalb, verwirf alles, was dir andere Leute jemals eingeredet haben. Das alles bist nicht du. Nur du selber kannst wissen, wer du wirklich bist, niemand anders.

Diese Konditionierungen und Einflüsse gehen natürlich auch über das Kindesalter hinaus immer weiter. Es wird mehr und mehr Aufwand betrieben und jeden Tag aufs Neue in dieses falsche Selbst investiert. Man baut sich dadurch über die Zeit seinen eigenen Rahmen (basierend auf dem Bild, das man von sich selber hat) und kann sich dann auch nur noch in diesem Bereich bewegen.

Beispiel: Jemand hat dir mal irgendwann gesagt (oder sonst wie unterbewusst mitgeteilt), dass du schüchtern bist. Du hast diese Nachricht aufgenommen und in dein Selbstbild eingebaut. Du agierst nun deinem Selbstbild entsprechend, bewegst dich in diesem fiktiven Rahmen, den du dir aufgebaut hast und kannst deshalb nicht anders handeln, nicht aus dem Rahmen ausbrechen.
Das Problem mit dem Ego

Dieses Ego, dieses falsche Selbst, das nur eine Illusion ist, hält dich also zurück, dich voll zu entfalten.

Es bildet den Rahmen deiner Möglichkeiten, es steckt sozusagen das Spielfeld ab, auf dem du in deinem Leben spielst.

Wenn du nun diesen Rahmen loswerden könntest, diese Illusion vom “schüchternen” oder “introvertierten” Wesen einfach fallen lassen könntest, dieses Ego auseinander nehmen könntest, dann wäre das der Weg zur ultimativen Freiheit.

Du bist nicht dein Job, deine Umgebung oder deine Gedanken

Noch mal kurz zur Erklärung: Dein Ego ist dein Selbstbild, welches du entwickelt hast, indem du dich mit deiner Umgebung, deinem Titel, dem was andere Leute über dich sagen oder deinem Job identifiziert hast. Anstatt zu sagen: “ich mache diesen Job” “ich habe diesen Titel” “ich agiere nicht selbstbewusst” sagst du “ich bin dieser Job” “ich bin dieser Titel” “ich bin nicht selbstbewusst”.

Siehst du den Unterschied?

Durch die Identifikation mit diesen Dingen, baust du dir ein falsches Selbst auf. Du sagst dir: ich bin mein Job, mein Titel, meine Hobbys, das was andere über mich sagen, ich bin ein Rocker, ein Banker, ein Taugenichts, ein Emo, ein Angsthase, ein soundso.

Du baust dir Stück für Stück eine Schale um dein wahres Sein und fühlst dich sofort angegriffen, wenn jemand durch diese falsche Schale hindurch dringen will. Das ist nämlich ein weiteres Problem mit dem Ego, es fühlt sich bei jeder Kleinigkeit sofort angegriffen.

Ok, jetzt hast du bis hierher gelesen und du fragst dich bestimmt, wo das alles hinführen soll…

Am Ende geht es darum, diese Illusion, dieses rigide Selbstbild, komplett fallen zu lassen, das Ego aufzulösen und damit alle Konditionierungen abzuwerfen. Du wirst so lange in deinem limitierenden Selbstbild gefangen sein, bis du dich endlich davon ablösen kannst.

Dein Ego ist dein falsches Selbst. Es ist eine Illusion, die du dir in deinem Kopf zusammengebaut hast. Du agierst immer ihm entsprechend. Je größer dein Ego und je steifer es ist, desto schneller fühlst du dich angegriffen und verletzt und umso weniger Möglichkeiten hast du, aus diesem Rahmen auszubrechen und etwas zu tun was nicht diesem Selbstbild entspricht.

Alles Liebe Veritatis

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